Die Münsterdorfer Mobiliengilde

ist eine der ältesten Versichertengemeinschaften der Welt (Wikipedia). Die Gründung geht auf das Jahr 1631 zurück. In der ersten Hälfte des 30jährigen Krieges und vier Jahre nach der Belagerung des Schlosses Breitenburg, durch die auch Münsterdorf schwer zu leiden hatte, schlossen sich die Einwohner Münsterdorfs zusammen, um weiteres Unheil vom Dorf abwenden zu können.

An der Spitze stand schon damals der Ältermann, der zugleich Ältermann der Dorfschaft war. Bis heute hat sich die Position des Ältermanns bei der Gilde erhalten. Er leitet zusammen mit einem 5 köpfigen Vorstand die Geschäfte der Münsterdorfer Mobiliengilde. Durch die ehrenamtliche Arbeit aller Mitarbeiter der Gilde können die Beiträge klein gehalten werden. Wodurch die Gilde bis heute eine der günstigsten Anbieter im Bereich Hausratversicherung ist.

In der Vergangenheit war die Gilde immer fest in die Dorfgemeinschaft eingebettet. Dazu trug auch das alljährliche Gildefest bei, das nach heutigem Verständnis einem Volksfest gleich kam. Die Durchführung des Gildefestes wurde mit Beginn des zweiten Weltkrieges eingestellt und nach Beendigung des Krieges nicht wieder aufgenommen.

Unabhängig von den Unbilden der Zeit vergrößerte die Gilde stetig ihr Geschäftsgebiet. Gehörten in den Anfängen nur die Einwohner Münsterdorfs zu den Mitgliedern (jeder Gildebruder mußte mindestens sechs Häuser vom nächsten entfernt wohnen), so zählten auch bald Einwohner der umliegenden Dörfer dazu. Das heutige Geschäftsgebiet umfasst ganz Schleswig-Holstein, wobei aber weiterhin der Schwerpunkt der Gilde im Kreis Steinburg und insbesondere in Münsterdorf liegt.

Die älteste erhaltene Satzung von 1695, hatte den Status eines Gesetzes und alle Gildebrüder hatten sich strikt daran zu halten. Die Satzung wurde gemäß der Erfordernis des Zeitgeistes stetig angepasst und aktualisiert. Aber schon in den Anfängen waren Kriegs- und Unruheschäden nicht mitversichert. Dies ist auch ein Grund, warum die Gilde alle Kriege einschließlich der beiden Weltkriege finanziell überstanden hat.

Heute ist die Münsterdorfer Mobiliengilde eine reine Hausratversicherung. Daneben bietet sie aber auch heute noch, wie in den Anfängen, das gesamte Spektrum der Versicherungswirtschaft an. Um diesen umfassenden Schutz zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis anbieten zu können, arbeitet die Münsterdorfer Mobiliengilde mit anderen Partner der Versicherungswirtschaft eng zusammen.

Zu Spitzenzeiten zählte die Gilde mehr als 800 Mitglieder mit einer Versicherungssumme von ca. 1,5 Mio Euro. Heute sind es rund 400 Mitglieder mit einer Gesamtversicherungssumme von gut 23 Mio Euro. Alle Verträge werden von der Gilde bei dem Kieler Rückversicherungsverein rückgedeckt und damit zusätzlich abgesichert. Die Gilde ist damit finanziell gut aufgestellt, so daß auch große Schäden kein Problem darstellen.

Leider kann man erst ab 1935 lückenlos alle Ältermänner (Vorstandsvorsitzenden) und Gildeschreiber (Geschäftsführer) nachvollziehen.

Ältermann
Von 1935 bis 1958 Johann Heesch
Von 1959 bis 1964 Hermann Schuldt
Von 1965 bis 1977 Altfred Götze
Von 1978 bis 2006 Max Schmedtje
Von 2007 bis heute Hans-Joachim Müller

Gildeschreiber
Von 1935 bis 1966 Ernst Krohn
Von 1967 bis 1967 Günter Jacobsen
Von 1968 bis 2010 Heinz-Otto Reese
Von 2011 bis heute Björn Schmedtje